Ich erinnere mich noch an mein ungläubiges Staunen, als ich in einer englischen Szenezeitschrift Anfang der 1980er Jahre zum ersten Mal ein Bild eines Ampallang sah. Whow !!!!! Aber auch Entsetzen, wenn ich mir den Piercing-Vorgang vorstellte. Damals beschränkte sich meine Piercingerfahrung nur auf die obligatorischen Ohrringe, die damals bei Männern langsam populär geworden waren.
At A Glance Author anonymous When N/A Artist mona Studio privat Location berlin Die Zeit verging, erste "richtige" Piercings und Tattoos kamen hinzu. Im Intimbereich begann ich mit einem Frenum-Piercing, irgendwann mich mächtig zusammengerissen und einen Prinz Albert stechen lassen, dann Hafadas. Doch die Faszination des Ampallangs lies mich nie los. Es war eine Mischung aus Faszination und Angst und Scheu.
Schließlich eröffnete ich das Parsimony-Forum "Tattoos & Piercing" und kam so auch in e-mail Kontakt mit Sira von MagicMetal. Ihre sehr fundierten Tipps gaben mir den Mut damals auch ein Septum-Piercing mir stechen zu lassen. Was noch fehlte auf meiner Wunschliste war der Ampallang. Sira beschrieb mir mit einfühlsamen Worten wie das Stechen ablief und erklärte dabei auch einige entscheidende Details wie die genaue Stichposition bestimmt werden kann, die sicherstellt, dass es zu keinen Verletzungen kommen kann. Der Kontrast zu den "Augen zu - Nadel durch" - Piercern hätte nicht augenfälliger sein können. So entschloss ich mich, mir bei MagicMetal nun endlich auch den Ampallang stechen zu lassen, wenn ich einmal in der Gegend von Köln bin (ich wohne ca. 450 km von Köln entfernt).
Und noch ein Bericht von einem freund:
Nun gibt es ja das wunderbare Internet, das hervorragende Informationen liefern kann. So fand ich dann auch die Seite www.ampallang.de. Sehr gute Infos mit der dazugehörigen Portion Humor befreiten mich schon ein bisschen
von den bestehenden Ängsten. In einem anderen Forum hatte ich von einer guten Piercerin gehört
(in Dortmund) und auch in Essen.
Also machte ich mich auf zur Info-Fahrt. Der Piercer in Essen lehnte es ab mir einen Ampallang zu stechen, Gut dann eben nicht. Auf zum nächsten.
In Dortmund bei Andrea angekommen fühlte ich mich sofort gut aufgehoben. Sie beschaute sich auch alles genau und so machten wir einen Termin klar. Eine Woche später (Sa.) war es dann soweit. Eine gute Freundin und kam mit und nicht zu vergessen die Digicam. Es sollte ja schließlich alles dokumentiert werden. Bei ihr angekommen mussten wir einen Augenblick warten indem ich dann das übliche ausfüllte.
Nun ging es in den Piercing-Raum und es konnte losgehen. Hosen runter und ab auf die Liege. Erst wurde mein kleiner Freund schön desinfiziert und dann kam das Betäubungsspray. Nach ca. 10-15min ging es dann los. Sie legte das Werkzeug bereit und mit einer Art Würstchenzange offiziell Försterklemme genannt, hielt sie bzw. fixierte sie meinen kleinen Freund. Dann habe ich nicht mehr hingeschaut! ! !
Ich merkte irgendwann zwei kleine Piekser, dass war schon alles. Als ich wieder hinsah, war der Stab schon drin. Zum Glück hatte diese Freundin alles wunderbar mit der Cam aufgenommen. Jetzt war mir erstmal ein bisschen wackelig auf den Beinen. Das legte sich aber auch recht flott. Nach dem Bezahlen (100Euro) verließ ich wie John Wayne das Studio. Es blutete zunächst auch überhaupt nicht. Paar Tröpfchen waren das einzige was raus kam. Mann fühlte ich mich männlich.
Noch war es schmerzfrei. Das sollte sich aber bald ändern. Nach ca. einer Stunde setzte dann ein leichtes ziehen und ziepen ein. Das hat sich dann auch erstmal für ein-zwei Tage gehalten. Danach verschwand es auch völlig. Hin und wieder ziept es noch ein bisschen, was aber kaum der Rede wert ist.
Immerhin ist erst eine Woche vorüber.
Was die Pflege anbetrifft geht es auch ganz locker. Ich mache es mit Eigen-Urin und muss sagen, dass es gut klappt. Wenn man die Vorbehalte erstmal überwunden hat, ist es wirklich easy.
Schließlich war es soweit. Eine Mischung aus Erwartung und Aufregung als ich im Studio erschien. Mich erwartete eine so freundliche, professionelle Atmospähre bei beiden, das ich sofort ein gutes Gefühl hatte. (Da inzwischen stark tätowiert und auch mit mehreren, bis zu 4mm starken Piercings geschmückt, reklamiere ich für mich auch ein gewisses Fachwissen aus Kundensicht in Sachen Bodyart und kann durchaus Studios vergleichen).
Saubere, vorsichtige und extrem prof. Arbeit der Beiden erwarteten mich. In ihren Händen hatte ich keine Angst mein bestes Stück ihnen anzuvertrauen. Die sorgfältige Vorbereitung dauerte einige Zeit, der Stich selber war praktisch schmerzlos (!!!!!) und für mich erstaunlicherweise ein absolutes easy-going piercing. Ich hatte es ursprünglich nicht glauben wollen, als Sira mir dies genau so prophezeit hatte. Horrorstories, die ich über das Stechen des Ampallang gehört hatte, hatten mich auf vermeintlich schlimmste Erlebnisse vorbereitet. Sie traten Dank der super Arbeit bei MagicMetal nicht ein - bei unseriösen Piercern oder Do-it-yourself Amateuren kann ich mir lebhaft vorstellen, dass die Horrorszenarien vorgekommen sind.
Nachdem der Erstlingsstab quer durch meine Eichel steckte, wurde auch der Prinz Albert wieder eingesetzt. (siehe die Bilder). Die erste Nacht war unangenehm, weil eine leichte Blutkuste bei der Morgenlatte in den Stichkanal gezogen wurde und einen Moment ekelig schmerzte. Nach zwei, drei Tagen war es aber damit restlos vorbei. Brennen beim Pinkeln trat praktisch nicht auf. Einen Tag aber brachte mich der Ampallang schier zur Verzweifelung. Nachdem die minimale Schwellung vorbei war, war der Ersteinsatzstab zu lang und seine Hebelwirkung auf die Eichel in Verbindung mit seiner Lage in der Unterhose war die Hölle. Mail an Sira. Jaja, daß sei bekannt, das trete vorübergehend auf und sei durch einen kürzeren Stab zu beseitigen. Was auch am übernächsten Tag in die Tat umgesetzt wurde. Seitdem ist mein Ampallang eines der problemlosesten aller meiner Piercings. Zur Zeit trage ich aber den Prinz Albert nicht mehr, weil beide Intimpiercings zusammen zu sehr den Strahl beim Pinkeln ablenkten.
Ja und wie ist nun der Ampallang beim Sex ? Da im Moment solo (deswegen auch eine gute Gelegenheit zum Stechen - siehe Sira's Kommentar) kann ich nur den Handbetrieb kommentieren. Völlig problemlos, ja das Abspritzen kommt etwas "härter", wie auch der Anstieg zum "Höhepunkt". Einfach geil ! Danach empfinde ich das "Abklingen" als schneller als ohne Ampallang.
Fazit : Ich empfehle dem Ampallang uneingeschränkt ! Schade nur, daß ich so lange gebraucht habe ihn stechen zu lassen - gottseidank, daß ich dadurch an MagicMetal geraten bin und mir so schlechte Erfahrungen bei unseriösen Piercern erspart geblieben sind. Im Moment grübele ich, welches ambitionierte Piercing ich mir als nächstes bei MagicMetal stechen lasse.