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Vom Playpiercing zur Suspension und der Kick dabei

Vor etlichen Jahren (als ich noch nichts mit Piercings und Tattoos am Hut hatte) hat es mich schon immer fasziniert wenn ich gesehen habe wie sich jemand selbst eine Spritze gegeben hat. Sei es aus gesundheitlicher Notwendigkeit (beim Insulin spritzen) oder um Drogen zu konsumieren (z.B. Heroinspritzende Fixer).

Ich bin absolut gegen den Konsum von Drogen, trotzdem hat der Vorgang des Nadelstechens in mir ein sehr sonderbares und schönes Gefühl ausgelöst.

Anfangs konnte ich mich selbst nicht verstehen und ich habe mich gewundert dass ich keinen Ekel oder Abscheu empfunden habe, was ich eigentlich erwartet hätte. Allein schon das Zusehen löste in mir eine gewisse Spannung aus, wie musste sich das erst steigern wenn ich es selbst erfahren sollte? Ich ging mit klopfendem Herzen zum Arzt wenn ich eine Spritze bekommen sollte und war enttäuscht wenn ich nicht zusehen konnte (z.B. beim Zahnarzt oder bei einer Spritze ins Gesäß). Ich getraute mich auch nicht mit irgendjemandem darüber zu reden da ich annahm man würde mich für verrückt halten.

Ich tat Dinge vor denen andere Angst hatten, z.B. Blutspenden und genoss es wenn ich zusehen konnte wie die Nadel in meine Vene hinein gestochen wurde.

Für diese Annehmlichkeit bekam ich sogar noch Anerkennung und Geld. Meine Fantasie schlug Purzelbäume als ich die ersten Piercings, vor allem im Intimbereich sah. Das wollte ich auch erleben, doch zu damaliger Zeit gab es weit und breit noch keine Piercingstudios. Ich konnte mich auch Niemandem anvertrauen da ich befürchtete auf keinerlei Verständnis zu stoßen so kam ich zu den ersten Selbstversuchen.

Ich trieb Nähnadeln durch die Hornhaut meiner Hände, dann Stecknadeln durch meine Vorhaut (da konnte ich genau sehen ob ich eine Ader treffe) und das gab mir den ersten wirklichen Kick. Vorher desinfizierte ich die Einstichstellen mit Rasierwasser und die Nadeln hielt ich über eine Gasflamme. Mit der Zeit wurde ich immer mutiger, ich stach durch die obersten Schichten meines Skrotums, durch meine (noch sehr kleinen Brustwarzen), durch meine Nasenflügel und durch meine Wangen. Mit großem Eifer suchte ich alles Wissenswerte über Piercings, Piercingschmuck, Hygiene usw. Das war gar nicht so einfach, das Internet existierte noch nicht! Mein erster Piercingschmuck waren durchtrennte und aufgebogene Ringe aus Gold und Silber im Skrotum, also Hafadas, die wuchsen alle nach kurzer Zeit wieder heraus. Nur einer, den ich heute noch habe, heilte ab.

Ich lernte dazu und wurde immer professioneller. Jetzt verwendete ich Einmalkanülen und Braunülen, Einmalhandschuhe, klinisches Desinfektionsmittel und den ersten richtigen Piercingschmuck den ich mir aus Berlin mitgebracht hatte. Über Kontaktanzeigen in Intimschmuckmagazinen (damals sehr teuer und schwierig zu beschaffen), versuchte ich Gleichgesinnte ausfindig zu machen und Erfahrungen auszutauschen. Der Höhepunkt damals war das Stechen und Einsetzen meines ersten PA (Prince Albert). Das war mein zweites großes Kickerlebnis und das erste Mal das ich wusste dies ist nicht mehr rückgängig zu machen. Es war auch das erste Mal dass ich einen sehr starken kurzen Schmerz verspürte (als die Braunüle die Harnröhre von innen nach außen durchstieß). Das erste Wasserlassen brannte wie Feuer, dann wurde es schnell besser und heilte ohne Komplikationen sehr schnell ab. Doch jedes Mal nach dem Sex fing es an zu bluten, ich war zu heftig, aber anders machte es auch keinen Spaß.

Was war zu tun? Der PA musste nur größer werden, dann schnitt der Ring auch nicht mehr so fest ins Gewebe ein; also fing ich an den PA aufzudehnen bis ich die nächste Ringgröße (2mm) erreicht hatte. Das war etwas besser aber noch nicht optimal. Also weiter dehnen: 2,5mm, 3mm, 3,5mm, 4mm, 5mm, 6mm und schließlich 8mm. Das Dehnen gab mir jedes Mal einen neuen Kick wenn ich die nächste Größe erreicht hatte.

Dabei vergingen einige Jahre, Piercingstudios machten auf und das Internet entstand. Nachdem ich mir einen PC mit Internetanschluss angeschafft hatte, merkte ich schnell dass ich nicht allein dastand. Es gab Hunderte, Tausende, Zigtausende denen es ähnlich ging wie mir.

Ich brauchte nicht mehr an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln und konnte mich endlich mit Gleichgesinnten austauschen und sogar treffen. Meine Selbstsicherheit nahm schlagartig zu und ich begann neue Erfahrungen zu machen und Pläne zu schmieden. Einen Großteil davon konnte ich mittlerweile umsetzen, aber es gibt immer wieder etwas Neues, Aufregendes oder Ungewöhnliches und ich hoffe das wird noch lange so bleiben.

So habe ich später aus meinen PA einen Deep Shaft Apadravya gemacht (Diese Geschichte, "Vom PA zum Apadravya" habe ich schon vor zwei Jahren hier veröffentlicht.). Einen Ampallang hatte ich mir auch gestochen und auf 3mm aufgedehnt. Leider musste ich ihn wieder entfernen weil ein Piercingloch nach innen wanderte und er nicht mehr symmetrisch war. Auch ein Pubic – Piercing wollte einfach nicht abheilen, schade. Einen weiteren Hafada den ich sehr tief stach ist mittlerweile ganz abgeheilt und auf 10mm aufgedehnt. Ziel sind 17mm, da ich in dieser Stärke noch einen sehr schönen Edelstahlring mit Schraubkugel besitze. Auch meine Brustwarzenpiercings sind alle gut abgeheilt und auf 4mm aufgedehnt. Auf mein Bauchnabelpiercing musste ich allerdings auch verzichten, da es sich durch meine Arbeit immer wieder entzündete. Als nächstes plane ich ein Septum, das lässt sich relativ gut verstecken.

Natürlich mache ich noch ab und zu Playpiercing Sessionen und die werden immer mit steigender Erfahrung immer gewagter. Doch davon werde ich später einmal berichten.

extremehard

Details

submitted by: extremehard
on: 30 Sept. 2006
in Ritual

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Artist: extremehard
Studio: zu+Hause
Location: G%F6ttingen

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