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Mein 1. "großes" Tattoo, wie es ablief

Hallo liebe Tattoo-, Piercing- und Bodymodificationanhänger,

Ich komme aus Deutschland (genauer gesagt Bayern), bin 19 Jahre alt und schreibe hier nun mal einen kleinen Erfahrungsbericht über mein Eidechsen-Tattoo.

Gestochen wurde es im Studio „First-Class-Tattoos" in unserer Hauptstadt Regensburg vom Tattoo-Künstler Jtejan.

Das Studio ist in der Oberpfalz schon für seine sehr guten Arbeiten bekannt, deshalb entschloss ich mich, dort mein Tattoo stechen zu lassen.

Warum eine Eidechse?

Zunächst faszinieren mich diese Tiere, sie überwinden jedes Hindernis, sie sind flink wenn es sein muss, liegen aber auch gerne mal einfach nur in der Sonne und ruhen sich aus...genau mein Ding!

Zudem hat meine Freundin diese Eidechse vor ca. einem halben Jahr gezeichnet und da ich sie auch nach dieser „langen" Zeit, immer noch mit einem staunen anschauen kann und damit auch eine Verbindung zu meiner Freundin sehe, habe ich mich vor ca. 4 Wochen entschlossen, dieses Kunstwerk tätowieren lassen.

Da ich schon ein Tattoo auf dem Handgelenk habe, wusste ich so ungefähr, was auf mich zukahm, dachte ich zumindest...

Naja, Termin ausgemacht, Skizze nochmal überarbeitet und dann war es so weit.

Ich erklärte Jtejan in holprigem English, wie ich mein Tattoo haben wollte und nach einer kurzen Besprechung gings auch schon los.

Die Platzierung hatte ich mir natürich schon Millimeter-genau überlegt und schonmal daheim per Photoshop den Entwurf auf ein Foto meines Fußes kopiert.

Das Tattoo geht über die Außenseite meiner rechten Wade und der Schwanz der Eidechse zieht sich bis auf den Fußrücken. (die Eidechse ist so lang wie ein DIN A4 Blatt und ist mit den Füßen ca. 10cm breit).

Angst vor Schmerzen hatte ich natürlich nicht (jedenfalls würde ich das nie zugenben..) aber die Stelle am Fußrücken war mir doch irgendwie unheimlich und das zurecht!

Ich weiß nicht wie man den Schmerz am Fußrücken (und über anderen Stellen mit dünner Haut über einem Knochen) beschreiben sollte, es tut eigentlich nicht unbedingt mehr weh als wo anders, aber die Vibration der Nadel überträgt sich auf den Knochen und man spürt es im ganzen Fuß...ganz ganz unangenehm jedenfalls...

Naja, der größte Teil des Tattoos -der Eidechsenkörper- ist ja auf der Wade, das war nicht wirklich schlimm...das schattieren hab ich dann gar nicht mehr gemerkt...

Der erste Schmerz war überstanden, Fuß wurde eingepackt, ich bezahlte und verabschiedete mich und fuhr heim.

Jetzt ging es in die 2. Schmerzetappe:

Nach 3 Stunden nahm ich die Folie ab und duschte das Tattoo mit warmen Wasser ab (und egal wie „lauwarm" das ist, es fühlt sich brennend heiß an!), damit Wundsekret und restliche Farbe raus können. Nun nochmal kaltes Wasser drüber, damit sich die Poren wieder schließen.

Jetzt noch Wund- und Heilsalbe drauf und dann Finger weg von meinem Kunstwerk.

Moment, ich vergaß: Ich konnte nicht mehr auftreten! Da der Fuß angeschwollen war, also unter extremer Spannung, war gehen unmöglich. Hm, dann halt ab vorn Fernseher, ich hatte ja Urlaub : )

Nach 2 Tagen gings nun wieder mit gehen, aber ich hatte immer noch das Problem, das ich keine Socken anziehen konnte, weil die dann das Tattoo abgeschnürt hätten...

Also -> Wakeskateschuhe ohne Socken angezogen (Das sind Schuhe, die eigentlich nur aus Meshgewebe bestehen, also sehr luftdurchlässig, passen schon, aber auch nur für ein paar Stunden ohne Socken tragen geeignet..)

Die nächsten 2 Wochen vergingen, jeden Tag 2 mal mit Wund- und Heilsalbe eingeschmiert, vor Sonnenlicht geschützt, Schuhe konnte ich, wie oben schon erwähnt, sowieso keine anziehen, FlipFlops waren das einzige und wenn ich eins hasse, dann diese Dinger : (

Bei meinem ersten Tattoo hatte ich das allen bekannte Problem mit jucken überhaupt nicht und dachte, das das wohl bei mir nicht so ist, aber meine Eidechse war wirklich die Hölle....gerade Abends vor dem Einschlafen hat es sich nochmal Aufmerksamkeit durch gehöriges Jucken verschafft. Das war schon eine echt harte Zeit, aber ich hatte vorher schon geübt, das ich jegliche Juckreize einfach ignoriere. Mit der Zeit kann man sich dann auch zurückhalten.

Nach langem Warten und gutem Zureden war es dann nach 3 Wochen verheilt, die Kruste ging recht gleichmäßig ab und die Farbe hat super gehalten, bis auf den Teil auf dem Fußrücken, der ist ein wenig blasser geworden, wie ich aber vorher schon erwartet hatte.

Da muss mein Tätowierer wohl nochmal drübergehen, (gerade diese wundervoll schmerzhaften Stelle..) aber das wird noch auf meinen Weihnachtsurlaub verschoben, denn jetzt wird's langsam zu kalt für FlipFlops und ein drittes mal nachstechen muss ja auch nicht sein...

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig die Prozedur, den Schmerz und den Ablauf der Abheilung meines Tattoos näher bringen und wünsche euch für eure Tättoowierungen viel Erfolg.

PS: Tattoos machen süchtig, also aufpassen. Ich plane schon mein nächstes und werde dann wieder auf der Liege sitzen und denke: „Aua...warum mach ich das hier überhaupt?" Aber ich finde immer noch genug Gründe um es durchzuhalten : )

Details

submitted by: Anonymous
on: 28 Sept. 2008
in Tattoos

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Artist: Jtejan
Studio: First+Class+Tattoos+Regensburg
Location: Regensburg+innenstatt%2C+n%E4he+Suite15%2C+Suzie+Wong

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