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Erfahrungsbericht: von - Pascal

                             durch – Marcel (2cooltat2; Celle)

Ich möchte Euch hier und heute kundtun, wie ich mein bis jetzt größtes Cutting und sein entstehen, empfand.

Das Cutting ist, aus meiner eigenen Erfahrung, in erster Linie nicht nur eine Veränderung am Körper.

Die Veränderung des Geistes ist ein wesentlicher Teil des Ganzen.

An dem Morgen des Termins merkte ich wie die Spannung und die Erwartung in mir stiegen. Ich machte mich auf den Weg und die Spannung wurde immer größer und größer.

Als ich eintraf, waren die Vorbereitungen schon getroffen.

Die Liege war mit Folie bedeckt.

Die Klingen lagen in einer Nierenschale bereit.

Auf einem Papiertuch war , zum arbeiten, Vaseline aufgebracht.

Und da lag er. Der Stempel, mit dem mein Motiv auf meine Haut gebracht wird.

Nach einem schnellen Käffchen und „in mich gehen", machte ich mein Bein frei.

Ich setzte mich auf die Liege und Marcel rasierte die Stelle.

Nachdem der Stempel aufgebracht war, rangen wir uns zu noch einem weiteren Käffchen durch.

Ruhe muß halt sein.

Marcel war so weit und fragte mich, ob ich bereit sei. Ich bejahte und er legte los.

Er fing mit einigen kurzen Linien an, um beurteilen zu können wie ich reagiere. Er wollte damit verhindern, das ich mich auf den noch folgenden langen Linien bewege.

Um ehrlich zu sein spürte ich die ersten zwei, drei Schnitte gar nicht. Das wird sicher mit der riesigen Menge Adrenalin zu tun haben, die mein Körper am ausschütten war.

Er sagte mir dann, das wir nun zu der ersten „langen Linie" kommen, um mich darauf geistig vorzubereiten.

Um bei der Wahrheit zu bleiben muß ich Euch sagen, das dieser etwa 10cm lange Schnitt die intensivste Erfahrung war.

Marcel zog den Schnitt in einem Stück durch, welches wohl das intensive Gefühl erklärt.

Nach dem ersten „Zug", arbeitete Marcel den jeweiligen Schnitt sauber nach. So wurde dieser gleichmäßig tief genug in die Haut gebracht. Dies Schritte waren fast schmerzfrei.

Es ging alles in allem recht schnell. Es folgte ein Schnitt dem anderen. Die ruhige und sichere Art, wie die Schnitte gesetzt wurden, machte die Sache erträglich. Ich brauchte insgesamt nur eine kleine Pause zwischendurch, da mein Bein eingeschlafen war.

Er wechselte die Klingen zwischendurch um weiterhin ein sauberes und zügiges arbeiten zu gewährleisten. Dies dauerte immer nur einen kurzen Augenblick.

Ich finde es am besten ist sich zu entspannen um das bisschen Schmerz zu ertragen.


Zur Beruhigung ließen wir im Hintergrund ein wenig Musik spielen. Die gesamte Atmosphäre war sehr entspannend.

Nach einer Stunde und fünfzehn Minuten war die Sache gegessen. Ich, stolzer besitzer eines kleinen Kunstwerkes. Marcel, der recht zufrieden mit seiner Arbeit schien.

Nun zu dem Thema, das ich mir gerne erspart hätte.

Es ist mir ein Bedürfnis folgende Dinge noch hinzuzufügen.

Die Erfahrung, wenn das erste mal ein Schnitt gesetzt wird, kommt der Spannung gleich, die man als kleines Kind hatte, bevor man sein Geschenk öffnen durfte.

Die Erleichterung und Freude die einen durchströmt, ist unbeschreiblich. Das ganze Entstehen und das Ergebnis sind ein Erlebnis auf das ich nicht verzichten möchte.

Man empfindet eine Art Stolz auf die Kunst, die auf einem selbst produziert wird.

Leider ist es in diesem Fall so, das das „Geschenk" jeglicher gesellschaftlicher Akzeptanz entbeehrt.

Es ist schon erstaunlich, das Tattoos und Piercings akzeptiert sind und neue, andere Formen des Körperschmucks mit einer Art „Verachtung" bzw besonderen angewiederten „Neugierde" betrachtet werden.

Als ich mit dieser frischen Arbeit eine Bäckerei betrat, verließen tatsächlich einige Leute diese.

Das erste mal Duschen war eine Erfahrung, die mir zeigte, das ich bei der Erklärung der Nachpflege zuhören und dieser folge leisten sollte. Denn eine frische Wunde mit heißem Wasser und im stehen zu säubern, ist eine schlechte Idee.

Ich möchte Euch schildern was passierte. Als das heiße Wasser über das Cutting lief merkte ich einen Schmerz, kippte dabei unbemerkt um und schlug mir leicht den Kopf an meiner Badezimmerwand an, diese Kopfschmerzen waren schlimmer als das Cutting in der Entstehungsphase.

Mir wurde dadurch klar: 1. Es war reichlich dumm von mir die Warnungen Marcels nicht ernst zu nehmen(wer glaubt auch schon, das das Duschen schlimmer ist als das Schneiden). 2. Wasser hat eine umwerfende Wirkung auf mich.

Aus Fehlern lernt man(n). Bei meinem nächsten Cutting werde ich mich strikt an die Nachpflege halten um solche Reaktionen meines Körper zu vermeiden.

Um wieder zurückzukommen. Diese mal war ich entschlossen, den ganzen Weg zu gehen und nicht nur den einfachen. Bedeutet, das man den Wundbereich zusätzlich mit Salz einreibt. Ja ihr habt richtig gelesen. Ich habe es tatsächlich getan und es war nicht wirklich schön. ;) Ich trug nun eine dünne Schicht Vaseline auf und versah den Bereich mit einer Klarsichtfolie. Damit mir die Suppe nicht in den Schuh lief, brachte ich unterhalb des Cuttings eine art Reservoir an. Bedeutet: Ein mehrfach gefaltetes Papiertuch wird unterghalb der Wunde und das Bein geklebt. Anschließend kommt die Folie drauf.

Diese Geschichte mußte ich alle 3-4 Stunden wiederholen. Das Ganze ging dann so 10 Tage, 24 Stunden.

Es ist eine recht ermüdende Prozedur. Es lohnt sich aber, da sich in meinem Fall eine schöne, rote aber flache Narbe bildet.

Ich bin froh diesen kleinen Schritt „gawagt" zu haben. Es ist etwas neues, etwas anderes und etwas schönes. Informiert Euch und geht zu jemanden, der es kann. Ihr werdet überrascht sein. 867

Details

submitted by: Anonymous
on: 22 Feb. 2007
in Scarification

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Artist: Marcel
Studio: 2cooltat2
Location: Celle%3B+Germany

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